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Was denken wir uns eigentlich?

Jan

Weniger BlaBla mehr KlarKlar

„Ich schreibe Dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, einen kurzen zu schreiben.“ Mit dieser intelligenten Einsicht wäre Goethe heute vermutlich einer der besten Texter und Konzeptioner.

​Denn letztlich geht es in einer starken kommunikativen Botschaft
um den Kern einer Idee. Kurz: um das Kurzfassen.

Der Trugschluss: Wenn man wenig Zeit hat, formuliert man auch kürzer.
Das Gegenteil ist der Fall: Wir packen aus Zeitnot möglichst alle verfügbaren Informationen in einen Text. Eine Email. Eine Message.
Ein Briefing. Eine Strategie. Eine Präsentation. Einen FB-Kommentar.

Twitter hat seine Zeichenzahl bereits 2017 von 140 auf 280 erhöht.
Weil wir alle keine Zeit mehr haben, uns auf die Essenz eines Gedankens zu fokussieren.

Aber: Zeit ist die neue Währung. Deshalb lohnt es sich, gerade in sie zu investieren. Einen Text, egal über was, egal an wen, nach und nach zu kürzen. Alle Dopplungen weg. Alle Füllwörter. Sämtliches zwischen den Zeilen. Weniger Wenn’s und Aber’s. Mehr: was will ich eigentlich sagen, und wenn ja, wie viel. Das Ergebnis: In der Kürze liegt die Klarheit.

Wer es schafft, sich smart kurzfassen ist anderen oft einen Schritt voraus. Knackige Botschaften überraschen, sind im Positiven merkwürdig. Und im besten Falle: merkfähig.

Aber: Kurzfassen ist natürlich nicht alles. Man braucht schon eine gute Idee. Und die braucht, wen wundert’s: Zeit.

Und am Ende noch ganz kurz ein Buchtipp:
Max, Mischa & die Tet-Offensive von Johan Harstad.
Eine bewegende Geschichte auf 1248 Seiten. Genuss in voller Länge. Aber wer weiß, vielleicht hat sich der Autor auch hier kurz gefasst.

Vln Dnk fr d fmrksmkt.

Klaus-mob

Klaus

Menschen machen Marken

Warum geht die Marke „Deutschland“ unter Angela Merkel im internationalen Vergleich den Bach runter? Warum geht es den USA unter Donald Trump aktuell so viel besser?

 

Warum sind „Die Grünen“ mit dem Gespann Habeck & Baerbock oder die „AfD“ mit dem Duo Weidel & Gauland aktuell so erfolgreich? Warum ist die SPD nach Schröder, Gabriel, Schulz und Nahles heute so weit von ihrem Volkspartei-Status entfernt?

Warum hat Bayern München unter dem Trainer van Gaal kaum mehr gesiegt. Warum mit dem Trainer Jupp Heynckes das Triple geholt?

Warum hat eine Marke wie die Deutsche Bank heute so viele Probleme und warum ist eine Marke wie Adidas so erfolgreich?

It’s the people, stupid.

„Marken machen Menschen“ – diesen Blickwinkel des Marketings haben alle, die im Marketing arbeiten ganz klassisch drauf.

„Menschen machen Marken“ – ist eine Perspektive, die nicht vorrangig in Augenschein genommen wird.

Aber hinter Marken wie Deutsche Bank, SPD, Bayern München oder Adidas stehen Menschen. Menschen mit ganz eigenen Qualitäten, Eigenschaften, Visionen, Wissen, Erfahrungen, Einstellungen und Werten.

Diese Menschen mit ihren ganz eigenen, individuellen Lebensläufen sind es, die Marken managen.

Sie schreiben sich Ziele auf die Fahne (oder bekommen diese in ihre Verträge geschrieben), sie stellen ihre Teams neu zusammen und holen sich auch über Agenturen weitere Teams dazu.
All diese Köpfe prägen mit ihrer Energie, mit ihrer Denke und mit ihren Kompetenzen den Lebenszyklus von Marken. Sie können ihn steigern, verlängern oder eben auch verkürzen. Deutlich sogar.

Wer von Euch Marketeers da draußen stellt die Liebe zur Marke an erster Stelle seiner Berufswahl? Mal ehrlich. Hand auf’s Herz. Steht nicht das Gehalt oder das Unternehmen und die eigene Karriere an erster Stelle? Auf Top-Management Ebene werden Profiler eingesetzt, die die angehenden CEOs durchleuchten. Agenturen werden immer noch durch Pitch-Prozesse gejagt, deren Mindesthaltbarkeitsdatum längst abgelaufen ist.

Aber mal ehrlich? Wer beschäftigt sich eingehend mit den Menschen, die für die Marken arbeiten werden. Wer gleicht ab, ob die Werte, für die die Marke steht, auch von Managern glaubwürdig und nachhaltig vertreten werden können.

Dafür kann man Prozesse etablieren, die deutlich machen, ob es einen „Brand-Fit“ gibt – von Menschen und Marken.

Also genau das, was für das Kundenpotential namens Zielgruppe in allen Tiefen des Marktforschungs-Dschungels routinemäßig abläuft, kann man auch mit den Menschen, die für die Marke arbeiten sollen, aufsetzen.

Ein Shared Mindset Prozess von Mensch und Marke.

Dafür gibt es Profiling-Module oder ganz einfach zu Beginn Chemistry-Meetings, die zumindest schon mal offenbaren, ob man miteinander kann.

Im Recruiting-Prozess bedarf es allerdings systematischer Methoden, die flexibel auf jedes Unternehmen, auf jede Hierarchie und auf jede Marke angewendet werden können.

Also auf auf, Ihr Headhunter und Personalabteilungen da draußen und lasst die richtigen Leute auf Marken arbeiten.

#brandship #brandfit #peoplebusiness

It's the purpose folks.

Tom

„Wir sind hier, um all den Menschen da draußen ein schöneres Leben zu ermöglichen“.

Was Ikea hier so locker & gutmenschartig in ihrem Purpose formuliert, kann getrost als die essentielle Erfolgsformel für viele erfolgreiche Unternehmen betrachtet werden.

Denn der Purpose, oder wie wir es auch gerne nennen:
die Bestimmung, das Ziel, der übergeordnete Zweck einer Unternehmung, gewinnt aktuell nicht nur bei Innovations-Panels, Trendvorträgen und in der Fachliteratur rasant an Bedeutung.

Immer häufiger sprechen wir mit Kunden, Teams und Partnern sogar von einer „purpose-founded revolution“.

Das passt in unsere Zeit, in der Nachhaltigkeit, Transparenz und Authentizität rasant an Bedeutung für Marken gewinnen und das klassische Marketing einen dynamischen Wandel durchlebt.

Erfolgreich sind in Zukunft immer mehr die Marken, die es schaffen, einen sinnvollen Mehrwert ins Zentrum ihres Handelns zu stellen und diesen unverwechselbar zu kommunizieren. Egal ob es beim Formulieren eines Purposes im Kern z.B. ganz allgemein um die Verbesserung der individuellen Lebensumstände, Zeitersparnis, Vorlieben, Selbstverwirklichung oder auch nachhaltigen Genuss geht, die Geschäftsmodelle der Zukunft müssen jetzt allesamt neu gedacht werden.

Dabei ist es auch wichtig, dass wir Erfolg nicht mehr länger nur im klassischen Shareholder-Value Sinne über Wachstum und Profit definieren, sondern zusätzlich auch in ganz neuen Bewertungs-Kategorien.

Unternehmen müssen parallel ihre soft skills verbessern und innovative Technologien nutzen, um nach innen und außen ihre Empathie messbar zu stärken, mehr Gefühl zu entwickeln und ein tieferes know-how für Teams, Partner, Kunden & User gleichermaßen zu erlangen.

Marken und Unternehmen, denen es in diesem Sinne gelingt, für einen überzeugenden Purpose zu stehen, können diesen für sich nutzen und werden zu den Erfolgsmarken der Zukunft gehören.

#brandshiprules
#newbiznow

You need to understand that life isn’t what you’re given, it’s what you create, what you conquer and what you aim to achieve.

Alex

KEIN TOUCHPOINT BERÜHRT SO WIE Musik.

Bei uns Plattensammlern heißen Brands anders: Wir nennen sie Labels. Diese Marken sind sehr viel mehr, als nur nüchterne Musikverlage. Labels verströmen eine ganz eigene Magie. Sie stehen für unverwechselbare Stile in der DJ-Kultur und sind in der Lage, das Lebensgefühl ihrer Anhänger auf eine 12-Zoll-Scheibe zu bringen.
Labels sind Marken, an die Vinyl-Liebhaber regelmäßig ihr Herz verlieren. Das gelingt ihnen dank unschlagbarer Touchpoints: Songs.
Die Produkte, die Platten-Labels liefern, haben naturgemäß eine einzigartige User-Experience. Mit den Songs feiern Sammler die Parties ihrer Jugend und überstehen die Krisen des Erwachsenwerdens. Kaum ein Produkt hat es so leicht, seine Kunden zu berühren und an sich zu binden.
Als Texter und Plattensammler weiß ich, dass Marken viel von Platten-Labels lernen können. Labels leben Brandship in Reinkultur. Sie bieten Menschen einzigartige Erlebnishorizonte, laden ihre Logos mit unwiderstehlicher Anziehungskraft auf und bieten eine virtuelle Nähe, von der andere Branchen nur träumen. Marken, die Menschen emotional so berühren können wie ein Plattenlabel, haben keine Kunden, sondern Freunde fürs Leben.

Elena

Native Ads für Digital Natives.

Wie erreicht man seine Stilgruppe da, wo sie auch wirklich ist?

Online und innerhalb ihrer selbstgewählten Screen-Time?

Diese individuell kuratierte Bildschirmzeit besteht heutzutage zu einem Großteil aus der Nutzung von kostenpflichtigen Streaming-Diensten wie Netflix, Apple TV+ und Co., die sich selbst als „werbefrei” bezeichnen. Doch wie werbefrei sind diese Anbieter wirklich?

War YouTube vor 10 Jahren werbefrei oder war die Werbung nur einfach noch nicht gekennzeichnet? War Instagram mal werbefreier oder mussten die sogenannten InfluencerInnen ihre Werbung nur einfach noch nicht als *AD kennzeichnen?

Wer mit Privatfernsehen aufgewachsen ist, weiß, was Werbeunterbrechungen bedeuten. Man wird vorgewarnt – mit Hinweisen wie „Jetzt kommt Werbung!” oder „Nach einer kleinen Werbeunterbrechung sind wir wieder für Sie da!“.

Wer in der „Generation YouTube” groß geworden ist, hatte es mit der Unterscheidung zwischen „Werbung” und „Persönlicher Empfehlung” einer vermeintlich bekannten Person schon deutlich schwerer. (Zu) lange Zeit war diese ungekennzeichnete Form von Werbung eine Grauzone und tadaaa: „Influencer” wurden geboren. Personen, die ihren Tagesablauf, ihren Wohnraum, ihre Essgewohnheiten, ihre sozialen Kontakte, ihre Morgenroutine, ihre Fitness-Übungen, ihre Lernmethoden, ihre Sprache und ihre Interessen per Klick auf Play mit dir teilen. Werbung hat sich offensichtlich verändert.

Das digitale Spielfeld für allerlei Werbeformen nimmt Ausmaße an, die schwer überschaubar geworden sind. Am Beispiel Instagram lässt sich das aktuell wahrscheinlich am einfachsten beschreiben. Werbung ist da, wo du bist: bei deinen sozialen Kontakten oder den Personen, die du gerne zu ihnen zählen würdest.

Es ist mittlerweile etwas Alltägliches sich durch die „Stories”, Tageslabläufe oder geteilten Interessen von Fremden, Bekannten und Freunden zu klicken. Genau da, in emotionalisierenden Situationen, in denen man die Medien konsumiert, die man sich persönlich ausgesucht hat, kommt auf einmal Werbung ins Spiel. 

Fine-getunte, maßgeschneiderte Werbung, die auf einmal gar nicht mehr als sooo störend empfunden wird. Mal mehr und mal weniger deutlich als Werbung erkenntlich, fließt sie wie ganz von alleine in die eigens gewählte Bildschirmzeit ein.

Zurück zur Streaming-Welt: Bezahlte Screen-Time, in der man nicht davon ausgeht, mit Werbung konfrontiert zu werden. Doch mit subtil ausgespielten Produktplatzierungen in einzelnen Produktionen wird natürlich trotzdem geworben. Über eher kurz als lang wird diese Form der Werbung unsere altbekannten Werbeunterbrechungen im Privatfernsehen ersetzen. Und das noch dazu ganz individuell – oder doch nicht?

Egal ob Podcast, Serie oder Influencer: In persönlichen, hochsensiblen Momenten werden Informationen durch Produkterwähnungen oder -platzierungen verbreitet, um bestimmte Emotionen mit den Produkten in Verbindung zu bringen.  Emotionen, die verbinden. Mensch und Marke. Marke und Mensch.

Auch wenn Revolutionen nicht vorherzusagen sind und oftmals schleichend eintreten, gehe ich davon aus, dass sich im Laufe der Zeit noch einiges verändern wird. Werbung wird sich demnach noch weiter dorthin verlagern, wo sich die jeweilige Stilgruppe der Brand befindet. In die virtuelle, emotionstriggernde Gefühlswelt, in der sie sich aufhalten. In die neue Lieblingsserie, noch während der ultimativen Schlüsselszene oder mitten in den Cliffhanger. In den neuen Lieblings-Podcast, gesprochen vom persönlichen Promi-Crush …

Denn „digital“ ist
eben menschlich.